Coole Pendler
GANT REPORTAGE

Coole Pendler

New York wird von vielen leidenschaftlichen Radfahrern bevölkert. Ob auf der Suche nach der umweltfreundlichsten Pendelmöglichkeit oder einer schlankeren Hüfte – Tausende von New Yorkern tauschen die Subway regelmäßig gegen ein Zweirad aus. GANT hat sich mit vier dieser radbegeisterten Einheimischen getroffen.

  •  

     

     

     

  • George Hahn

    „Der gutaussehende Typ“ aus Sex and the City (laut IMDB), der auch aus kleineren Rollen in Law & Order und Six Degrees bekannt ist, hat das Radfahren als seine Leidenschaft entdeckt. Radfahren als Fashion-Statement zumindest. Denn als George Hahn einen Block von seinem Apartment in Hells Kitchen entfernt die Straße überquert, um uns in seinem Lieblingscafé zu treffen, sieht er aus, als wäre er der Welt der Mad Men entsprungen – gemeinsam mit seinem Bike. Beide sorgen in glänzendem Tiefschwarz für einen schnittigen Auftritt.


    Erzähle uns etwas über deinen eleganten Begleiter.
    „Dieses Bike stammt aus einem Shop in Chicago namens Heritage Bicycles. Ich habe es selbst entworfen und mich dabei von einem schwarzen 1964er Ford Mustang inspirieren lassen. Ich habe mir überlegt, welches Fahrrad wohl James Bond fahren würde, und das ist das Ergebnis.“


    Wo fährst du in New York City am liebsten Rad?
    „Genau hier, in Hells Kitchen. Ich liebe es, die Avenues entlangzufahren. Meistens ruft irgendjemand unterwegs meinen Namen, ich halte an und unterhalte mich ein wenig. Ich hab früher Kopfhörer getragen, aber darauf verzichte ich mittlerweile. Ich möchte die Stadt ganz in mich aufnehmen und vollkommen in die einzigartige Atmosphäre von NYC eintauchen.“


    Wo sollte ich mich in den Sattel schwingen, wenn das Stadtzentrum für meine erste Radtour eine zu große Herausforderung darstellt?
    „Ich liebe es, den Hudson River entlangzuradeln. Ich glaube, dass dies der meistbefahrene Fahrradweg des Landes ist, und er ist wirklich wunderschön.“

  • Alison Miller

    Alison ist in einem großen Haus am Ende einer langen Straße in Princeton, New York, aufgewachsen. Jeden Tag fuhr sie mit ihrem Rad durch die Nachbarschaft, um zu sehen, wo all die anderen Fahrräder parkten – und sie behauptet, dass man auf diese Weise schon lange vor der Erfindung der sozialen Medien genau wusste, wo sich jeder gerade aufhielt.


    „Ich bin vor zwei Jahren für ein Praktikum nach NYC gezogen
    und da ich daran gewöhnt war, ein Fahrrad zu besitzen, habe ich mich bei Citi Bike angemeldet. Das war unglaublich praktisch. Als ich letztes Jahr wieder hierher zog, hatte ich Citi Bike noch in guter Erinnerung, und so habe mich wieder angemeldet. Ich lebe im East Village, also plane ich meine Route zur Arbeit auf der 143rd Street, um dem Verkehr zu entgehen.“


    Bist zu im Verkehr von NYC nie um deine Sicherheit besorgt?
    „Ich wähle meine Route sehr sorgfältig und fahre nie übermäßig schnell, darum fühle ich mich ziemlich sicher.“


    Was ist das Beste daran, Radfahrer in NYC zu sein?
    „Ich finde die Subway zu stressig und den Autoverkehr auf den Straßen zu aggressiv, also ist es die beruhigendste Art, um von A nach B zu gelangen. Wenn ich morgens auf dem Fahrrad zur Arbeit oder abends nach Hause fahre, denke ich an nichts. Für mich ist es eine Zeit purer Entspannung.“



  • Guy Richards Smit

    Guy Richards Smit betritt das Café im South Street Seaport, in dem wir uns verabredet haben, mit Stil – sein Gazelle aus dem Jahr 1974 hat er direkt vor der Tür geparkt. Das Café befindet sich nahe der Brooklyn Bridge, die er jeden Tag überquert, um seinen Sohn von der Schule abzuholen. Während er uns erzählt, dass diese Gegend am Wasser sein Lieblingsort in der Stadt ist, fällt ihm eine Anekdote zu dem Viertel ein:
    „Aus dieser Gegend stammt die Bezeichnung ‚Hooker‘! ‚Hook‘ ist das niederländische Wort für Pier oder Hafen, und im 16. Jahrhundert hatten die Prostituierten hier im Hafenviertel ihr Revier.“


    Somit ist ein Geschichtenerzähler und erst vor Kurzem hat er gemeinsam mit einem der Produzenten von Seinfeld eine Sitcom im Stil der Achtziger geschrieben. Die Serie handelt von Smits Alter Ego Jonathan Grossmalerman, der laut Smit genau das repräsentiert, was er wäre, wenn er nicht die Gabe zur Selbstreflexion besäße.


    Machen die Autofahrer in NYC den Radfahrern das Leben schwer?
    „Das Schlimmste, was man einem New Yorker an den Kopf werfen kann, ist: ‚Wo zur Hölle glaubst du, dass du bist?!‘ Das ist die größte Herabsetzung für einen New Yorker, denn es bedeutet, dass man nicht dazugehört.“

  • Aaron Gutowski

    Nach seinen Erfolgen als zertifizierter Iron Man und viermaliger Marathonläufer gaben Aaron Gutowskis Knie im Alter von 50 Jahren auf. Er musste eine neue Art finden, Sport zu treiben, und entdeckte damals seine Leidenschaft fürs Radfahren. Mittlerweile schwingt er sich in den Sattel, wann immer er seinen Adrenalinspiegel für einen Triathlon oder ein Langstreckenrennen auf Touren bringen möchte, oder einfach um von A nach B zu kommen.


    Erzähle uns eine Geschichte aus dem Triathlon.
    „Diese hier ist nicht wirklich schmeichelhaft: In dem Jahr, in dem ich 50 wurde, habe ich bei einem Triathlon mitgemacht. Ich bin sehr schnell bergab gefahren, als ein Typ in meinem Alter auf einem echt coolen Rad an mir vorbeizog. Ich war so glücklich, einen Gleichaltrigen zu entdecken, dass ich mich umdrehte, um ihn anzufeuern, er winkte zurück und schrie ‚Weiter so, Mann!‘ Und dann BAMM: Mein Reifen war platt und ich landete direkt vor ihm unsanft auf der Straße.“


    Wo gehst du hin, wenn du lange Strecken fahren möchtest?
    „An den Wochenenden nehme ich für gewöhnlich die Route über die Williamsburg Bridge rüber nach North Manhattan und dann über die George Washington Bridge bis hoch nach Jersey und Upstate. Das sind ungefähr 55 Meilen und die Aussicht ist durchweg fantastisch.“


    Wo legst du in NYC eine Pause ein?
    „Ich halte normalerweise am Diner in Williamsburg, um etwas trinken zu gehen. Oder bei Greenpoint Fish and Lobster, um frischen Fisch fürs Abendessen zu kaufen.“


    Glaubst du, dass New York City auf dem Weg ist, eine fahrradfreundliche Stadt zu werden?
    „Früher war überall dichter Verkehr, doch mittlerweile steigen immer mehr Leute morgens auf das Fahrrad um. Ich glaube, auch die Autofahrer haben die Radfahrer akzeptiert, sie sind den Umgang mit Fahrrädern und Rollern mittlerweile besser gewöhnt, als das noch vor ein paar Jahren der Fall war. Das passiert natürlich nicht über Nacht, doch wir machen langsam Fortschritte.


    Text
    SOFIE ZETTERGREN
     
    Foto
    ANNA SCHORI

  •  

  • Entdecken Sie hier noch mehr

    • GANT REPORTAGE

      Der Reporter und Anwalt aus Portland ist die f├╝hrende Antriebskraft hinter der Fahrradkultur in den USA.

      mehr
    • STIL BERATUNG

      Fahren Sie in dieser Saison mit innovativen technischen Stoffen mit dem Rad, mit denen Sie unterwegs stets einen k├╝hlen Kopf behalten ÔÇô selbst nach Ihrem morgendlichen Sprint zur Arbeit.

      mehr
    • GANT FR├ťHJAHR/SOMMER 2017

      Von reflektierenden Details bis hin zu feuchtigkeitsregulierenden Materialien ÔÇô mit dieser Kollektion f├╝r den stilvollen Pendler kommen Sie m├╝helos vom Sattel in den Sitzungssaal.

      mehr
    • GANT TIPPS

      Schon so manche Jeans wurde durch unsachgem├Ą├če Pflege ruiniert ÔÇô egal ob die falsche Behandlung sich nun ├╝ber Wochen und Monate hinzieht oder ein einziger, schicksalhafter Wasch- oder Trocknungsgang alles ├Ąndert.

      mehr
    • DESIGNER AUSWAHL

      Unser Pendler Sakko vereint Form und Funktion auf vollendete Weise.

      mehr
    • HEMDEN & BLUSE

      Unser Pendler Denim Hemd ist ein tailliertes Alltagshemd aus 100 % Baumwoll-Denim, das mit einem integrierten, mechanischen Stretch-Effekt f├╝r zus├Ątzlichen Komfort ausgestattet ist.

      mehr
  •