DER GESUNDHEITS-FAN
GANT REPORTAGE

DER GESUNDHEITS-FAN

Der positive, vernünftige Lebensstil von Medienmogul Derek Flanzraich gibt die Richtung für eine neue Generation vor.

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    Amüsanter Fakt: Umfragen zeigen, das drei von vier Millennials lieber gesund als reich wären. „Es ist eine beinahe verrückte Vorstellung“, gibt Derek Flanzraich zu. „Und vieles liegt darin begründet, dass sich die Definition von Gesundheit verändert – bei einem gesunden Lifestyle geht es heute weniger darum, was man isst, sondern wie man insgesamt lebt.“

    Es ist Mittwochnachmittag in dem schnell wachsenden Hauptsitz von Greatist in Lower Manhattan, einem der meist beachteten amerikanischen Startups in der Gesundheits- und Fitnessbranche – und in der Küche finden wir Alarmierendes vor: eine beinahe leere Schachtel für sechs Donuts. Natürlich ist ausgerechnet heute der National Donut Day in Amerika. („Only in America“, wie man so schön sagt.) Dennoch ist dies nichts, was man bei einem Digital-Media-Unternehmen erwarten würde, dessen gutbesuchte Homepage ihre Besucher mit dem Slogan „GOOD FOR YOU“ in einer überdimensionierten Schriftgröße begrüßt.
     
    Derek Flanzraich, der 29-jährige Gründer und CEO des Unternehmens, hatte während seiner Kindheit in Kalifornien und Miami selbst mit seinem Gewicht zu kämpfen, und das an zwei Orten, die den Körperkult auf beispiellose Weise zelebrieren. Doch all die Produkte, Programme und Empfehlungen, die er finden konnte, waren mehr auf das Marketing fokussiert, als darauf, Menschen wirklich zu helfen. „Jede TV-Show oder Google-Suche, die ich ausprobiert habe, versprach mir einen Sixpack innerhalb von sechs Wochen oder eine Art Wunderpille“, erinnert er sich. „Das hat mich richtig wütend gemacht.“

    Also wälzte er Bücher und wissenschaftliche Zeitschriften so gründlich, dass er begann, seinen Freunden und Bekannten Tipps zu geben. Damit begann die Idee für Greatist. „Ich habe über das Thema mit einer ehrlichen, authentischen Stimme geredet und das hat meine Freunde angesprochen. Bei mir stellte sich eine leise Ahnung davon ein, dass ich vielleicht auf diesem Planeten bin, um genau das zu tun: die Art zu verändern, wie die Welt über Gesundheit denkt.“

    Während seiner Zeit in Harvard schwor er sich, eine Firma zu gründen, die genau das macht. Die auf zu ernste oder fälschlich optimistische Trainings- und Diätmethoden verzichtet und sich stattdessen auf erfrischend ehrliche und realistische Weise mit „Scheiße, Drogen, Sex, Alkohol, Beziehungen und Produktivität“ auseinandersetzt. Mittlerweile ist er damit beschäftigt, Studentenorganisationen zu gründen. („Ich habe nicht wirklich studiert, sondern eher einen Abschluss in außerschulischen Aktivitäten gemacht“, lacht er.) Er schloss sein Studium 2010 ab und lancierte den Greatist 2011, nachdem er ein Jahr in San Francisco bei einem Startup für Video-Streaming-Dienste gearbeitet hatte. Fünf Jahre später hält der Greatist noch immer sein Versprechen und zieht die Qualität der Quantität vor.
     
    Darrell Hartman

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