Richard Toon
GANT SHIRT GUIDE

Richard Toon

Mit seinem brillanten Auge fürs Detail und der uneingeschränkten Leidenschaft für die Tradition des GANT-Hemds kann sich Richard Toon keinen anderen Beruf vorstellen. Lassen Sie sich von ihm erklären, wie er seine eigenen Hemden gestaltet.

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  • Wie sind Sie zum Design (insbesondere in der Hemdenkonfektionierung) gekommen?

    Das fing wohl an, als ich noch klein war. Schon als Kind war ich besessen davon,
    mit meinen blauen und grauen Lieblingsfilzstiften Muster auf Karopapier zeichnen.
    Ich erinnere mich, wie mal ein Lehrer von mir meinte, ich sei nicht zeichenbegabt,
    hätte aber ein gutes Gefühl fürs Textildesign (damals habe ich glaube ich Miniaturmosaiken
    aus Eierschalen gebastelt). So begann ich, mich für das Nähen, Bügeln, Schneiden
    und Drapieren von Textilien aller Art zu interessieren. Außerdem wurde mir klar, dass
    in der Modeschule 95 Prozent Frauen sitzen würden (obwohl mir damals noch nicht
    bewusst war, dass sie mich alle für schwul halten würden) ‑ was natürlich ein
    netter Pluspunkt war.

     

     

    Gibt es etwas, das die Leute über die Hemdenkonfektionierung noch nicht wissen?

    Die meisten sind wohl der Meinung, dass ein Hemd nur aus Vorderseite, Rückseite und
    zwei Ärmeln besteht. Aber das ist noch längst nicht alles! In Wirklichkeit steckt eine
    Menge Liebe in jedem GANT-Hemd. Zwar haben wir uns früher vor allem mit Mustern,
    Farben und verschiedenen Grundstoffen beschäftigt. Für die Zukunft planen wir aber,
    auch die allerkleinsten Nähte, Fäden und Details zu überarbeiten. Denn jeder Faden zählt!



  • "Um ganz ehrlich zu sein: Ein GANT-Hemd entwerfen und damit arbeiten zu dürfen,
    ist eine große Ehre für mich. Und mit jeder neuen Saison wird diese Verantwortung größer,
    weil ich ständig dazu und das Hemd an sich immer mehr schätzen lerne. Im Grunde ist es
    wie Kinder zu haben: Je größer sie werden, desto besser,
    schwieriger und lohnender wird es."

    ― Richard Toon



  • Woher beziehen Sie als Designer Ihre Inspirationen?

    Für mich kann alles und nichts inspirierend sein ‑ alles gleichzeitig.
    Ob ich mir nun die Ränder oder die Rückseite eines Artworks anschaue, verschiedene
    Texturen und Flächen mit den Fingern befühle, mir BBC anhöre (vor allem Verkehrs- und Bauernkanäle)
    oder den frühen Morgen zwischen fünf Uhr und viertel vor sieben genieße ‑ die Neuartigkeit
    ähnlicher und vertrauter Dinge ist etwas, das mich sehr inspiriert.


  • Was bedeutet Ihnen ein GANT-Hemd mit seiner langen Tradition heute?

    Um ganz ehrlich zu sein: Ein GANT-Hemd entwerfen und damit arbeiten zu dürfen,
    ist eine große Ehre für mich. Und mit jeder neuen Saison wird diese Verantwortung größer,
    weil ich ständig dazulerne und das Hemd an sich immer mehr schätzen lerne. Im Grunde ist es
    wie Kinder zu haben: Je größer sie werden, desto besser, schwieriger und lohnender wird es.

     

     


    Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit als Hemddesigner am besten?

    Wenn ich ehrlich sein soll, ist es die Tatsache, dass ich für das Träumen bezahlt werde ‑ und
    meine Träume dann Wirklichkeit werden lasse. (Ich träume tatsächlich von Hemden, Stoffen,
    Garnen und Farben!) Der Kontakt mit all diesen passionierten Hemdexperten nicht nur im Design,
    sondern auch in den Produktionswerken spornt mich dazu an, mein Bestes zu geben.
    Mit dem begabten Matthew Wood (Kreativleiter bei GANT) zusammenzuarbeiten, von ihm zu lernen
    und seine Vision zu deuten hat mich gelehrt, dass es noch ein ganzes Universum an Farben, Mustern
    und Texturen gibt, die nur darauf warten, kombiniert, erkundet,
    gefunden und erschaffen zu werden


  •              Wie gestalten Sie ein Hemd am liebsten?

    Ich fürchte, dass ich hier ein bisschen gegen die Tradition gehe. Denn bei mir fängt alles mit
    einem weißen Hemd an, das zwei Nummern zu groß ist. Zunächst falte ich die Manschetten in
    der Mitte und rolle sie viermal ein. Bügeln tue ich gar nicht (das Hemd wird nur zum Trocknen aufgehängt).
    Der Kragen bleibt etwas geöffnet, so dass er nicht ganz anliegt. Der Saum bleibt frei und die beiden
    untersten Knöpfe offen. Manchmal spiele ich ein bisschen mit dem Stil und trage lieber indigo oder
    klassisches Piqué. Zu den Sommerferien trage ich immer noch das gleiche Hemd und möble es
    wie üblich auf. Nach einigen Tagen fühlt es sich dann schon wie gestärkt an, wenn sich Knitter am Ellbogen
    bilden und das Hemd leicht nach Sonnenöl und frischem Gras riecht.


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    Beschreiben Sie das Gefühl, das Sie haben, wenn jemand eins Ihrer Designs trägt.

    Wir arbeiten oft nur mit den Grundstoffen und einem Blatt Papier. Daher sehe ich die Hemden,
    die ich mache, im realen Leben nur selten. Wenn ich sehe, wie meine Partnerin ein Hemd von
    mir trägt oder meine Kinder ihre Hemden in der Taille mit einem Gürtel raffen und damit zur Schule
    gehen, dann ist das schon was Besonderes. Als Hemddesigner arbeiten wir oft mit Farbpaketen.
    Deswegen hoffe ich immer, dass jemand, den ich ein Hemd in dieser oder jener Farbe
    tragen sehe, auch die anderen Farben zuhause hat.

     

     

     

     

     

    Welche Details machen ein gutes Hemd aus?

    Ich würde sagen: Die Kombination aus Farbe, Stoff, Kragen, Knöpfen und Passform. Ach ja,
    und natürlich der persönliche Charakter oder die Note des Trägers ‑ das ist das,
    was zählt



     




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      Bei unseren Hemdstoffen werden Sie feststellen, dass wir riesige Fans von Baumwollgeweben sind. Baumwolle ist atmungsaktiv, strapazierfähig und fühlt sich weich und bequem auf der Haut an. Und pflegeleicht ist sie obendrein.

      Die Qualität des Materials hängt dabei von der Länge der Baumwollfasern ab ‑ je länger, desto edler und bequemer der Stoff und seine Haptik.



      Bei der Wahl des richtigen Stoffs muss man sich als erstes mit dem Garn
      beschäftigen, denn das ist ein wichtiger Faktor, der bestimmt, wie bequem
      das Hemd insgesamt sein wird. Garne sind normalerweise in zwei Varianten
      verfügbar: ein- und zweifädig. Das bedeutet, dass das Garn entweder aus
      einem oder aus zwei verdrillten Fäden besteht. Bei letzterer Variante ist
      das Hemd bequemer und hat einen seidigeren Griff. Wir bei GANT achten
      grundsätzlich darauf, dass unsere Stoffe auf nachhaltige und umweltfreundliche
      Weise produziert werden.


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      Wir verwenden verschiedene Bindungen, die unsere Hemden zugleich bequem und elegant machen.

      Eine Bindung bezeichnet die Art und Weise, wie die Baumwollfasern zu einem Stoff verbunden werden. Dies ist auch als Kette und Schuss bekannt. Die Kette besteht aus den längs verlaufenden Fäden, die auf einen Webstuhl gespannt werden, während der Schuss der Faden ist, der beim Webprozess über und unter den Kettfäden durchgeführt wird. Ob Leinwand oder Köper, Satin oder gemischt ‑ jedes Webverfahren hat seine spezifischen Auswirkungen auf Stil und Charakter eines Hemds.


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      Nichts lässt Sie so schwungvoll erscheinen wie ein Hemd mit verwegenem Muster. Die fünf bewährten Muster von GANT ‑ Vichy-Karo, Madras-Karo, Bretonenstreifen, Bankerstreifen und Nadelstreifen ‑ machen immer wieder Lust auf Neues.

      Noch in den 50er Jahren war das Herrenhemd meist weiß. Das änderte sich aber drastisch, als GANT einen gewagten neuen Look erarbeitete, der später als die "Oxford-Farbexplosion" bekannt werden sollte. Im Zuge dieser farbenfrohen Dekade begannen wir bei GANT, auch ausgefallenere Muster wie etwa Madras-Karo und Bretonenstreifen zu verwenden ‑ passend zum revolutionären Geist der 60er.

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      Unsere GANT-Hemden schmeicheln jedem Körpertyp. Das Hemd ist die Grundlage jedes modischen Ensembles. Und die Wahl der richtigen Größe und Passform ist unabdingbar, wenn es darum geht, Eindruck zu hinterlassen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie das erreichen und zu welcher Gelegenheit sich welches Hemd empfiehlt. Doch damit nicht genug: Wir geben Ihnen außerdem Ratschläge und Tipps rund um die Pflege des Herzstücks Ihrer Garderobe.    

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      Es ist bemerkenswert, wie wenig sich das Hemd in den letzten fünfzig oder mehr Jahren verändert hat ‑ was aber nicht immer so war. Abnehmbare Ärmel zum Flirten? Hemdzipfel als Unterwäsche? Im Laufe der Jahrhunderte hat sich dieses essenzielle Kleidungsstück auf faszinierende, ja sogar komische Weise verändert.

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      Viel hat sich verändert, seit wir vor fast 70 Jahren in New Haven, Connecticut angefangen haben. Was einst als Familienunternehmen begann, ist heute eine Weltmarke mit enormem Umsatz. Zwar hat sich der Stil mit der Zeit zweifellos stark verändert und weiterentwickelt. Aber das GANT-Hemd ist noch immer Herzstück unseres Portfolios. Zuerst Ende der 1940er von englischen Polospielern getragen, galt das weiße Buttondown-Hemd als absolutes Essential in der Garderobe jedes wohlgekleideten Mannes.

      Während die Karriere des Polohemds im Amerika der 1920er Jahre als Kreation der Brook Brothers begann, spielte GANT bei dessen Weiterentwicklung eine entscheidende Rolle und machte es sich so zu eigen.

      Zum besseren Verständnis des Kult-Hemds, mit dem alles los ging, finden Sie hier eine chronologische Übersicht über den Werdegang des GANT-Hemds.

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      Auf den ersten Blick mag es simpel erscheinen, ist aber alles andere als das. Als der Original-Hemdkonfektionierer seit 1949 sind wir stolz darauf, einige der typischsten Hemdmerkmale erfunden zu haben: unser ureigener Locker Loop, die Kellerfalte und das hintere Kragenknöpfchen, um nur einige zu nennen.

      Um Ihr Wissen rund ums Hemd ein wenig aufzupolieren, haben wir ein kleines 1x1 der Bestandteile eines Hemds für Sie zusammengestellt. Damit können Sie sich in kürzester Zeit zum Experten und Stilberater für Ihre Freunde weiterbilden. 


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      Herzlichen Glückwunsch ‑ Ihr Hemdenarsenal hat soeben Zuwachs bekommen! Als nächstes sollten Sie sich damit beschäftigen, wie Sie den Neuzugang nach Ihrem persönlichen Geschmack und passend zum Anlass aufmachen können.

       

       

      Denn während so mancher ein natürliches Gefühl für Stil hat, müssen die meisten von uns erst lernen, wie man einem Hemd den richtigen Pepp gibt. Egal, ob es um das richtige Ausmessen des Körpers oder das korrekte Einstecken in die Hose geht ‑ wir möchten Ihnen hier das nötige Rüstzeug an die Hand geben und die wichtigsten Fragen rund ums Hemd beantworten.


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